Reifen-Müller-App Downloaden

Reifenrecycling

Verwertung und Entsorgung von Altreifen

Autoreifen, die nicht mehr einsatzfähig oder wegen zu geringer Profiltiefe nicht mehr zugelassen sind, werden als Altreifen bezeichnet und müssen als überwachungsbedürftige Abfälle fachgerecht entsorgt bzw. verwertet werden. Weltweit fallen jährlich rund 13,5 Millionen Tonnen Altreifen an, davon rund 650.000 Tonnen allein in Deutschland. Entsprechend der besonderen Sorgfaltspflicht der Hersteller hinsichtlich des Verbleibs von überwachungsbedürftigen Abfällen dürfen Altreifen nur an berechtigte Verwerter abgegeben werden. Dabei muss die Übernahme detailliert dokumentiert werden. Die Berechtigung dieser Verwertungsunternehmen ergibt sich aus der Zertifizierung nach den Vorgaben des BRV (Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk e. V.) und DNV.

Je nach Zweck und Gegebenheiten wird eine der drei relevanten Methoden zum Reifen-Recycling genutzt.

Runderneuerung – die ökologisch sinnvollste Maßnahme

Unter bestimmten Bedingungen kann ein Altreifen runderneuert werden. Dies ist der Fall, wenn der Altreifen lediglich einen abgefahrenen Laufstreifen aufweist, ansonsten aber noch voll funktionsfähig ist. Hierzu wird nach Abschälung der alten Lauffläche der Zustand der verbleibenden Karkasse noch einmal sorgfältig überprüft, bevor diese mit einer neuen Lauffläche umhüllt und vulkanisiert wird. Allerdings sind nicht alle Reifen für dieses Verfahren geeignet. Es ist sehr aufwendig, da jeder Reifen individuell kontrolliert werden muss. Für PKW-Reifen ist es aus wirtschaftlicher Sicht daher nur begrenzt sinnvoll. Bei LKW-Reifen ist die Runderneuerung jedoch gängige Praxis und gilt als bekannteste Form der Abfallbehandlung von Altreifen dieser Kategorie. Gleichzeitig ist die Runderneuerung unter Umweltgesichtspunkten eine der effektivsten Lösungen, da vorhandene Halden und Deponien abgebaut, Ressourcen geschont sowie etwaige Emissionen vermieden werden. 

Das energetische Reifen-Recycling

ReifenrecyclingDie energetische oder auch thermische Verwertung nutzt den im Reifen  steckenden hohen Energieanteil mit seinem beträchtlichen Brenn- und Heizwert. Der Altreifen wird vor allem in der Zementindustrie als Ersatz- oder Sekundärbrennstoff verwendet, da in dieser ein hoher Energiebedarf besteht. Der Altreifen wird im Rahmen des Recyclings bei hohen Temperaturen verblasen und trägt mit seinem Stahlanteil und den entstehenden Brenngasen zur Qualitätsoptimierung bei der Zementherstellung bei.

Stoffliches Reifen-Recycling

Die stoffliche Verwertung von Altreifen genießt in der Abfallhierarchie Vorrang vor der energetischen Verwertung. Bei dieser Methode werden die Altreifen in ihre Bestandteile zerlegt und diese anschließend voneinander getrennt. Dabei handelt es sich um Gummi (67%), Stahl (18%), Textilanteile (14%) und Reststoffe/Profilsteine (1%). Die einzelnen Bestandteile werden nicht verbrannt oder ausgegast, sondern separat weiterverwendet. Hierdurch werden umweltschädliche Emissionen vermieden. Für Gummi finden sich nach dem Reifen-Recycling-Prozess zahlreiche Nutzungs- und Anwendungsmöglichkeiten. Zu den bedeutendsten zählen Modifizierungen von Asphalt, Bitumen, Kabelkanälen, Schallisolierungen, Bordsteinkanten und Bodenbeläge für Sportanlagen sowie Spielplätze. Der herausgetrennte Stahl wird in Stahlwerken eingeschmolzen und weiterverwertet. Der Textilanteil wird teilweise zur Energiegewinnung verbrannt sowie im Rahmen von umfangreichen Produktentwicklungen im Bereich der Lärm- und Wärmedämmung eingesetzt.